Als sie die Augen öffnete war es immer noch tiefste Nacht. Irgendetwas hatte sie geweckt, doch im ersten Moment sah, hörte und fühlte sie nichts – bis ihr plötzlich ein dunkler Schatten am Fenster auffiel und sie augenblicklich erstarren ließ. Sofort versuchte sie in Gedanken Fluchtwege, sowie ihre Möglichkeiten und Chancen abzuwiegen.
Sollte der Fremde eine Waffe bei sich tragen würde sie es niemals schaffen rechtzeitig um Hilfe zu schreien geschweige denn bei Ashe zu sein. Ihr Herz klopfte bis zum Hals und Angstschweiß benässte ihre Stirn, denn ihre Situation war aussichtlos. Sie konnte nichts weiter tun als ruhig dazuliegen und abzuwarten.
Hätte sie doch auf ihre innere Stimme gehört – dann würde sie jetzt unter ihrem Kopfkissen den Dolch vorfinden, den sie normalerweise immer bei sich trug. Jedoch fühlte sie sich gestern Abend in der Gesellschaft Ashes Freunde so geborgen und vor allem sicher, dass es ihr beinahe schon absurd und wie ein Vertrauensbruch vorgekommen wäre, hätte sie ihren Dolch vor dem Schlafengehen nicht in ihrer Tasche verstaut.
